Reisen, vor allem solche in tropische Länder, sind immer
mit einem gewissen gesundheitlichen Risiko verbunden. Viele der
möglichen Probleme lassen sich durch richtiges Verhalten vermeiden
oder zumindest in ihren Auswirkungen abschwächen.
Besonders wichtig ist ein richtiges Verhalten für Personen
mit bekannten Gesundheitsproblemen, für Kinder und ältere
Reisende.
Vor der Reise
Erkundigen Sie sich möglichst rechtzeitig, d.h. etwa zwei Monate
vor Reiseantritt, über vorgeschriebene und empfohlene Impfungen
sowie darüber, ob eine Malariaprophylaxe empfohlen wird und
wenn ja, welche.
Lassen Sie die erforderlichen Impfungen möglichst zeitgerecht
durchführen. Informieren Sie sich unbedingt auch dann, wenn
die Abreise sehr kurzfristig erfolgt („last minute“
Buchung, Hilfseinsatz). Viele Impfungen sowie
die wichtigsten Maßnahmen zur Malariaprophylaxe sind auch
kurz vor Reiseantritt noch möglich.
Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie in der Lage sind, die Anstrengungen
der geplanten Reise zu bewältigen, lassen Sie eine Reisetauglichkeitsuntersuchung
durchführen.
Denken Sie auch an eine Kontrolle beim Zahnarzt.
Erkundigen Sie sich, welche Medikamente Sie mitnehmen sollten oder
lassen Sie sich in Ihrer Apotheke eine Reiseapotheke zusammenstellen.
Wenn Sie ständig Medikamente nehmen müssen, nehmen Sie
einen ausreichenden Vorrat im Handgepäck mit.
Falls Sie an einer chronischen Erkrankung leiden, sollten Sie sich
unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt beraten, ob Sie die Reise
ohne allzu großes Risiko machen können. Bitten Sie Ihren
Arzt um einen Brief in der Landessprache bzw. auf Englisch mit einer
kurzen Beschreibung Ihrer Krankheit, möglicher Komplikationen
und der empfohlenen Behandlung und nehmen Sie diesen Brief auf die
Reise mit.
Informieren Sie sich, vor allem wenn Sie irgend ein Gesundheitsproblem
haben oder sehr abenteuerlich unterwegs sind, schon zu Hause über
Möglichkeiten medizinischer Hilfe im Reiseland (z.B. über
Adresse und Telefonnummer der jeweiligen Österreichischen Botschaft).
Schließen Sie unbedingt eine Reisekranken-und Rückholversicherung
ab. Die Übernahme allfälliger stationärer Behandlungskosten ist
hier besonders wichtig. Die Deckungssumme sollte keinesfalls unter
€ 250.000 liegen.
Während der Reise
Thromboseprophylaxe
Vor allem auf Langstreckenflügen (aber z.B. auch bei längeren
Busreisen) besteht bedingt durch das lange, ruhige Sitzen im Flugzeug
die Gefahr, ein Blutgerinnsel (Thrombose)
im Bereich der Beinvenen zu bekommen. Zur Reduzierung dieses Risikos
sollten Sie sich möglichst viel bewegen (Aufstehen, Beingymnastik)
und viel trinken (keinen Alkohol!), eventuell auch Stützstrümpfe
vewenden.
Bei erhöhtem Thromboserisiko (z.B. Patienten mit Venenerkrankungen
oder Herzschwäche, ältere Personen, Schwangere, Frischoperierte)
sollten Sie sich unbedingt über weitere Vorsichtsmaßnahmen
beraten lassen.
Klimaanpassung
Lassen Sie Ihrem Körper nach der Ankunft Zeit, sich auf die
geänderten klimatischen Bedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit)
einzustellen und eventuell auch an eine ungewohnte Höhenlage
anzupassen. Ältere Personen sollten auf jeden Fall ausreichende
Ruhezeiten einplanen, vor allem nach der Ankunft.
Sonnenschutz
Achten Sie auf einen guten Sonnenschutz (entsprechende Kleidung,
Kopfbedeckung, Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, Sonnenbrille)
– besonders wichtig für Kinder.
Mücken- und Insektenschutz
Durch Insekten oder andere Gliederfüßler (z.B. Zecken)
können vor allem in tropischen Ländern gefährliche
Erkrankungen (wie Malaria, Gelbfieber, Japan B Enzephalitis,
Dengue-
Fieber) übertragen werden. Achten Sie daher auf einen guten
Insektenschutz. Entsprechende Präparate sind bei uns erhältlich
Schutz vor Wurminfektionen
Verschiedene Entwicklungsstadien von Würmern (Larven und sogenannte
Zerkarien) können sich durch die Haut eines Menschen bohren
und diesen so infizieren. Baden im Süßwasser und barfuss
gehen sollte daher vermieden werden.
Lebensmittelhygiene
Reisedurchfall ist die häufigste Gesundheitsstörung auf
Reisen. In den meisten Fällen verläuft er relativ harmlos
und eine Besserung tritt innerhalb von 48 Stunden ein. Für
Säuglinge und Kleinkinder kann Durchfall durch den Flüssigkeitsverlust
aber recht schnell gefährlich werden, weshalb in diesem Fall
rasch ein Arzt aufgesucht werden sollte.
Zur Reduzierung des Risikos achten Sie auf persönliche Hygiene
(Hände waschen) und auf eine richtige Nahrungsmittelhygiene.
Verwenden Sie kein Leitungswasser (auch nicht zum Zähneputzen),
verzichten Sie auf Eiswürfel und offenes Speiseeis. Essen Sie
Gemüse und Obst nur gekocht oder geschält. Nehmen Sie
keine rohen Eier, Milch oder Milchprodukte zu sich. Auch Fleisch,
Fisch, Meerestiere sollten nur gut gekocht und noch warm gegessen
werden.
Auch bei sorgfältigster Beachtung dieser Regeln lässt
sich das Risiko nicht völlig ausschalten. Wichtigste Maßnahme
zur Behandlung ist der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten.
Dazu können fertige Präparate (besonders bei Kindern)
oder behelfsmäßig eine selbst gemischte Lösung
(1 gestrichener Teelöffel Kochsalz, 1-2 Eßlöffel
Zucker, Speisesoda und 1 Tasse Fruchtsaft, mit Trinkwasser
aufgefüllt
auf einen Liter) verwendet werden. Bei Fieber oder Blut im
Stuhl ist zusätzlich
meist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Unter besonderen
Umständen können auch sogenannte Motilitätshemmer
verwendet werden.
Unfälle und Verletzungen
Berücksichtigen Sie die lokalen Verhältnisse und die unterschiedlichen
Fahrweisen und „Regeln“ im Straßenverkehr und
verhalten Sie sich möglichst vorsichtig. Nehmen Sie auch kleine
Verletzungen ernst und versorgen Sie sie richtig (die Gefahr von
Wundinfektionen ist in den Tropen deutlich erhöht).
Tierbisse
Um dieses Risiko möglichst auszuschalten, muss der unmittelbare
Kontakt mit Tieren so gut es geht vermieden werden. Nach einem
Biss
sollte die Wunde mit Wasser und Seife ausgewaschen und möglichst
schnell ein Arzt aufgesucht werden. Säugetiere (vor allem
Hunde, aber auch Katzen, Affen und verschiedene Wildtiere, in
manchen Ländern
auch Fledermäuse) können Tollwut übertragen. Da
diese Erkrankung nicht behandelt werden
kann und immer zum Tod führt, muss nach einem Biss möglichst
innerhalb von 48 Stunden mit einer Tollwutimpfung begonnen werden
(gut verträgliche Impfstoffe sind in manchen Ländern
schwer erhältlich!).
Bisse oder Stiche durch Gifttiere (Schlangen, Skorpione, ...) sind
sehr selten. Ruhigstellung des betroffenen Körperteils, Linderung
von Schmerzen und Beruhigung des Betroffenen, sowie der Transport
zum nächsten Arzt bzw. Krankenhaus sind die wichtigsten Maßnahmen.
Sexuell übertragbare Krankheiten
Das Risiko, sich eine durch Geschlechtsverkehr übertragene
Erkrankung (Hepatitis B, HIV-Infektion, „klassische”
oder „tropische" Geschlechtskrankheiten) zu holen, ist
in vielen – vor allem tropischen – Ländern oft
sehr hoch. Verzichten Sie auf riskante Kontakte oder verwenden
Sie
Kondome.
Personen, die sexuelle Kontakte nicht ausschließen können
oder wollen, sollten auf jeden Fall gegen Hepatitis B geimpft sein.
Viele dieser Infektionen können auch über Blut übertragen
werden. Verzichten Sie daher darauf, Tätowierungen, Piercings
oder ähnliche Eingriffe vornehmen zu lassen.
Nach der Reise
Krankheit nach Rückkehr
Sollten Sie in Zusammenhang mit einer Reise (bis zu 3 Monate nachher)
erkranken, kontaktieren Sie umgehend einen Arzt. Es gibt gefährliche
Tropenkrankheiten, die, um erkannt zu werden, eines speziellen Fachwissens
und einer spezifischen Diagnostik bedürfen.
Malaria Prophylaxe
Mit über 500 Millionen Erkrankungen und ca. 1,5 Millionen Todesfällen
pro Jahr ist die Malaria eine der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten.
Die Übertragung der Erreger erfolgt durch den Stich der Anopheles-Mücke
meist zwischen Dämmerung und Morgengrauen. Da
der Stich schmerzlos ist und kein Juckreiz auftritt, wird er oft
gar nicht bemerkt. Die Zeit zwischen Stich durch eine infizierte
Mücke und Beginn der Erkrankung (die sogenannte Inkubationszeit)
beträgt 10 Tage bis vier und mehr Wochen (bis zu Monaten).
Das Krankheitsbild ist vielfältig, fast jeder Erkrankte hat
aber (meist hohes) Fieber. Ein hohes Risiko für einen schweren
Verlauf haben Kleinkinder und Schwangere (die deshalb nach Möglichkeit
nicht in Malariagebiete reisen sollten). Bei zu später
Diagnose und Therapie kann die
Malaria tödlich verlaufen! Beim Auftreten von Fieber während
und nach Aufenthalt in einem Malariagebiet sollte daher möglichst
rasch ein Arzt aufgesucht oder, wenn dies nicht möglich ist,
eine Selbstbehandlung (sogenannte stand by – Therapie) durchgeführt)
werden.
Zum Schutz vor der Malaria gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten.
Immer durchgeführt werden sollte eine Mückenstich- oder
Expositionsprophylaxe.
Bei hohem Risiko sollte zusätzlich vorbeugend ein Malariamittel
eingenommen werden (sogenannte Chemoprophylaxe). Die Auswahl des
geeigneten Medikaments hängt von vielen Faktoren ab (Infektionsrisiko
je nach Region, Jahreszeit, Reisestil, Aufenthaltsdauer, Art der
Erreger, Resistenz gegen Medikamente, Alter und Gesundheitszustand
des Reisenden, ...) und kann nur individuell nach persönlicher
Beratung erfolgen. Da diese Prophylaxe je nach Medikament schon
einige
Tage vor der Einreise in das Malariagebiet begonnen
werden sollte, sollten Sie sich rechtzeitig darüber informieren.
Auch eine richtig durchgeführte Malariaprophylaxe ist keine
absolute Garantie gegen eine Erkrankung. Bei Auftreten von Fieber
unklarer Ursache muss daher immer auch an eine Malaria gedacht und
eine entsprechende Untersuchung durchgeführt werden.
Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Malaria praktisch immer heilbar.
Maßnahmen zum Mückenschutz
- Tragen von möglichst viel Haut bedeckender, nicht zu dünner
Kleidung
- Auftragen mückenabweisender Mittel (sogenannter Repellents)
auf unbedeckte Hautstellen und Imprägnieren der Kleidung
mit mückenabweisenden Mitteln
- Schlafen in mückengeschützten Räumen (Fliegengitter,
Klimaanlage mit geschlossenen Fenstern) oder
- Verwendung von (möglichst imprägnierten!) Moskitonetzen
- Verwendung von insektenabtötenden Mitteln (Verdampfer,
Sprays, Räucherspiralen)
Falter Reisemedizin (pdf ~ 1.400 KB)
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